Die Deutschland Rallye aus Sicht des RGO-Cos Dietmar

Wie angekündigt folgt hier mein Bericht zur Deutschland Rallye, wenn auch etwas verspätet, bedingt durch den ein oder anderen Rallye-Einsatz…ich weiß noch gar nicht so richtig wie und womit ich anfangen soll…nur so viel schon einmal vorweg…das Erlebte ist wirklich nur sehr schwer in Worte zu fassen…und ich laufe Gefahr sicher viele Dinge nicht zu erwähnen…und dennoch wird es sicher kein Kurzbericht…

Aber einfach mal der Reihe nach…die Deutschland 2018 begann schon im August 2017 als mich Klaus Osterhaus von Saarbrücken aus im Urlaub angerufen hat um zu fragen, ob ich mit ihm auf dem Toyota GT 86 R3 von Gassner-Motorsport die Deutschland fahren. Da musste ich nicht lange überlegen und habe spontan zugesagt.

Nach zwei Tests im R3-GT 86 (Oberehe und Holsten)  fühlten wir uns gut gerüstet für den WM-Lauf in Deutschland.

            

Die zeitaufreibende Vorbereitungsphase lasse ich jetzt einfach mal weg…das würde denke ich den Rahmen und die Datenkapazitäten sprengen….

    

Am Montag ging es für mich nach erfolgreich erledigten „Botengängen“ zunächst zur Dokumentenabnahme….nein, nicht zum Servicepark Bostalsee…das Rallye-Headquarter wurde in der Seezeitlonge Nohfelden eingerichtet….einem sehr schönen Golf- und Wellnessambiente mit einzigartigem Flair….gut für uns dass die Fa. Gassner den fahrzeugbezogenen Teil des Abnahme schon erledigt hat…so konnten wir uns bei Björn Limbach auf die Kontrolle von Lizenzen und Führerscheine beschränken…das ging überraschen flott…als „Belohnung“ bekam ich dann jedem Menge Unterlagen und Aufkleber in die Hand gedrückt. Aber alles prima sortiert und geordnet…

 

Danach folgte erstes Treffen mit Gassner-Motorsport am Bostalsee um den Servicepark einzurichten. Alles lief wie am Schnürchen…bis wir auf die Idee kamen etwas zum Abendessen zu buchen…montags rund um den Bostalsee…eine echte Herausforderung…gelandet sind wir dann beim Griechen auf dem Campingplatz…war aber eine lustige und gemütliche Runde…wir hatten von Beginn an das Gefühl Mitglied in der „Rallye-Familie Gassner“ zu sein….

    

Dienstag und Mittwoch standen ganz im Zeichen der Aufschrieb-Erstellung. Da wurde schon mal ganz schnell klar, was das hier „für ne Nummer“ ist. Unglaublich anspruchsvolle, tolle Wertungsprüfungen!! Die Königsprüfungen in den Weinbergen und auf der Panzerplatte mit jeweils 30 Kilometern Länge hatten das schon ihren besonderen Reiz…1 Stunde 15 Minuten haben wir für die Erstellung des Schriebs auf der Panzerplatte gebraucht…und wir haben wirklich nicht gebummelt!!

   

   

Bevor es am Donnerstag mit dem Shakedown so langsam „ernst wurde“ stand noch ein Fotoshooting mit Sascha Dörrenbächer für Toyota Motorsport auf dem Programm. Nach den Einstellfahrten sollte die Fahrervorstellung in St.Wendel und der Zuschauerrundkurs folgen…so der Plan…

     

Da wir nur 1 Stunde nach dem Shakedown in Richtung St.Wendel aufbrechen musste, war die Devise beim Shakedown „durchrollen…Gefühl für die Abläufe im Auto bekommen…nur Nix kaputt machen“….in St.Wendel haben wir dann das erste mal so richtig WM-Feeling genossen….da war so richtig was los bei der Fahrerpräsentation….und zusammen mit den WM-Cracks in der Fahrer-Lounge zu sitzen, das hatte auch schon was!

   

Nach einigen Stunden des Wartens ging es dann endlich los zum Start der 1. Wertungsprüfung, dem Zuschauerrundkurs in St. Wendel. Auch hier war aber nach der ZK erst mal Warten angesagt. 2 Teilnehmer vor uns wurde dann nach einem Unfall die WP abgebrochen. Also ging es auf direktem Weg zurück zum Bostalsee ins Park-Ferme. Ende des 1. Rallye-Tages.

Der Freitag sollte aber dann schon für die „0-WP-Kilometer-Aktion“ vom Vortag mehr als entschädigen. 6 Wertungsprüfungen über 102 KM Länge standen auf dem Plan. U.a. auch die WP „Stein und Wein“ auf der ja mehr als 30 RGO-Mitglieder als Streckenposten aktiv waren. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das RGO-Spannband nicht gesehen habe….o.k. war ja auch beschäftigt.

Die WP 3 Mittelmosel hatte dann eine besondere Überraschung für uns parat…bei Abgabe der Bordkarte an der ZK fing es an zu regnen…erst leicht…dann aber doch wie aus Eimern….das Ganze war mit Trockenreifen schon eine ganz besondere Herausforderung…22 KM extrem rutschige Piste…aber alles prima gemeistert!! Danach Rundkurs Wadern bei abgetrockneter Strecke….und dann wieder ab zum Gassner-Service.

 

 

Am Nachmittag dann die Runde noch einmal…diesmal aber zum Glück ohne Regen….und ebenfalls flott und ohne nennenswerte Probleme….nach durchgeführtem Flexi-Service konnten wir um 22.30 Uhr dann den Toyota komplett durchgecheckt ins Park Ferme bringen.

Am Samstag ging es dann auf die berüchtigte Panzerplatte in Baumholder. Zunächst zum „warm werden“ die kurze Ausführung mit knapp 10 km gefolgt von der Mega-WP über knapp 39 Kilometer…was für ein Erlebnis!! Unbeschreiblich dieses Rallye-Feeling…noch konnte ich mir nicht vorstellen, dieses Erlebnis noch im Laufe dieser Rallye zu toppen.

  

Nach einem kurzen Halt in der Tankzone wurden dann- bevor es zur WP 10 und 11 ging -noch die Räder in der eigens dafür eingerichteten Reifenwechselzone gewechselt. Da nur 1 Mechaniker unterstützen darf mussten wir selbst beim Reifenwechsel mit Bordmitteln Hand anlegen…aber haben wir ja schließlich (mehr oder weniger erfolgreich) geübt.

 

Am Abend lagen dann insgesamt 152 WP-Kilometer hinter uns…4 x Panzerplatte, 2 x Römerstraße, 2 x Freisen….echte Klassiker eben. Im Flexi-Abendservice wurde vom Gassner-Serviceteam alles perfekt hergerichtet für den Abschlusstag.

   

Sonntag früh, 7.00 Uhr am Bostalsee….die Sonne geht auf…alles ist perfekt angerichtet für den letzten Rallyetag…und der sollte es noch einmal so richtig in sich haben!

  

Mit der Wertungsprüfung Grafschaft standen direkt 2 Durchgänge a 29 Kilometer durch die Weinberge auf dem Programm…und dachte ich noch die Panzerplatte wäre DIE Herausforderung des Wochenendes musste ich mich eins Besseren belehren lassen…was für eine Hammer-WP, die wirklich alles von Fahrer und Fahrzeug abverlangt. Nach dem ersten Durchgang wurde in Morbach zum Regrouping am REWE-Markt mit Verpflegung der Teams eingeladen….danach folgte Durchgang Nr. 2.

 

Zum Abschluss haben wir dann noch den GT 86 durch die PowerStage Bosenberg über 14 Km „getragen“….nur keinen Fehler mehr machen…das Ziel so kurz vor Augen und zum Greifen nah. Nach Passieren von WP-Stop erst mal Rechts ran fahren…abklatschen und ne dicke Umarmung folgen, herrlich diese Freude!! ….so gut wie im Ziel der Deutschland Rallye. Jetzt noch 3 Kilometer bis nach St. Wendel…die Location kannten wir ja bereits von der Teamvorstellung am Donnerstag.

Was für ein unbeschreibliches Gefühl am Ziel anzukommen…zum Abschluss gab es noch eine Sektdusche von Karin Tannhäuser und Herrmann Gassner sr., die schon am Ausgang Park Ferme auf uns gewartet haben.

   

Was bleibt sind unglaublich viele Gänsehaut-Momente…ob auf der Wertungsprüfung, im Service-Park, bei der Teamvorstellung oder der Siegerehrung….aber ganz besonders bei den zu kurzen aber wunderschönen Begegnungen und Gesprächen in den Pausen und bei den Besuchen im Servicepark. An der Stelle ganz lieben Dank für´s Daumen drücken, die guten Wünsche, für ganz besondere Bananen (Insider), „Drücken“ beim Kärcher und das Anfeuern an der Wertungsprüfung.

Riesen Dank an Klaus Osterhaus, der dieses tolle Erlebnis erst möglich gemacht hat. Und nicht zuletzt möchte ich mich bei Wolfgang und „Tigges“ und dem Team Gassner für die tolle Unterstützung bedanken.

          

Die Teilnahme an der Deutschland Rallye hat alle Erwartungen übertroffen und wird in ganz besonderer Erinnerung bleiben. Im Team Gassner muss man sich einfach wohlfühlen…so wie in einer großen Rallye-Familie. Bereits am Montag haben Klaus und ich im Telefonat beschlossen, dieses tolle Erlebnis im kommenden Jahr zu wiederholen.