Michael Bieg und Dietmar Moch: tolle Aufholjagd bei der Rallye Saarland Pfalz

Ein ereignisreicher Start in die Rallyesaison liegt hinter Michael Bieg und Dietmar Moch.

Bei der Rallye Saarland Pfalz erlebten Michael und Dietmar innerhalb von 2 Tagen wieder alle Besonderheiten, die den Rallye-Sport so faszinierend machen.

Die Anreise des Teams am Donnerstag war ursprünglich ganz entspannt ab Mittag „in aller Ruhe geplant“ – doch wie so oft kam alles ganz anders. Kurzfristig musste das Differenzial getauscht werden. Mit Teamwork und vereinten Kräften wurde diese Aufgabe erledigt – Dietmar holte kurzerhand ein Ersatz-Differenzial bei der Fa. Färber Motorsport ab und Michael erledigte in Zusammenarbeit mit Clubkamerad Helmut Beckmann die Aus- und Einbauarbeiten.

An der Stelle herzlichen Dank an Färber Motorsport und Helmut Beckmann für die tolle Hilfe, ohne die  unser Start bei der Rallye nicht möglich gewesen wäre.

Trotz der deutlich verspäteten Abreise konnten Dokumenten- und technische Abnahme noch am Donnerstagabend in Form einer „zeitlichen Punktlandung“ absolviert werden. Nun noch die Schlüssel der nahe gelegenen Ferienwohnung abholen und die Diva zum Servicepark bringen. Danach konnte der gemütliche Teil des Abends mit einem Abendessen zusammen mit Axel Pauliks beginnen, der zwischenzeitlich als Servicemann mit dem Servicebus St. Wendel erreicht hatte.

Freitag früh ging es dann los zur WP-Besichtigung und der Erstellung des Gebetbuchs.

Am frühen Nachmittag erfolgte die erste Besprechung mit der gesamten Service-Crew. Frank Färber und Axel Pauliks hatten bereits den Servicebereich perfekt aufgebaut und eingerichtet.

   

 

Alle Vorbereitungen an der Diva wurden gewissenhaft durchgeführt. U.a. wurde auch das erstmals zum Einsatz kommende Trakking-System installiert…“big brother is watching you“…es konnte also losgehen.

Alles lief bisher „wie am Schnürchen“.

Um 18.07 war es dann endlich für uns soweit. Nach der Ausfahrt aus dem Servicepark folgte die Teamvorstellung auf der Startrampe in der Innenstadt von St. Wendel. Danach wurden 3 Wertungsprüfungen „in Angriff“ genommen, darunter der bei den Zuschauern (nicht bei der Diva) beliebte Stadtrundkurs in St. Wendel.

    

Zurück im Servicepark fanden wir uns am Ende der 1. Etappe nach 3 Wertungsprüfungen und 26 WP-Kilometern auf Gesamtrang 19 und Platz 5 in der Klasse wieder.

Grundsätzlich waren wir zügig und sehr sicher unterwegs… leider stand eine nicht optimale Ausleuchtung der Strecken durch die leider etwas zu tief eingestellten Zusatzscheinwerfer einer flotteren Fahrt im Wege. Das Motto für den 2. Tag war dann am Abend schnell gefunden: „Angriff und volle Attacke“.

Gut gestärkt nach einem ausgiebigen Frühstück mit dem gesamten Team in unserer gemütlichen Ferienwohnung ging es dann am Samstag um 7.43 Uhr auf die 2. Etappe.

Vor uns lagen 9 Wertungsprüfungen über 105 WP-Kilometer – darunter der Rundkurs Windpark über 25 KM, der an diesem Tag zweimal gefahren wurde.

Das Motto des Tages haben wir dann direkt in die Tat umgesetzt und machten von WP zu WP immer mehr Boden gut…zur Mittagspause hatten wir uns durch die rasante Aufholjagd auf Schlagdistanz zu Platz 2 in der Klasse vorgearbeitet. Besonders auf den Sprintprüfungen konnten wir der Konkurrenz im Kampf um Platz 2 und 3 wichtige Zeit abnehmen.

Es lief weiterhin „wie am Schnürchen“!

        

Vor den letzten 3 Wertungsprüfungen war die Situation ganz klar: Platz 3 war relativ klar gesichert, der Abstand auf Platz 2 allerdings nicht groß; also nahmen wir uns vor auf den beiden Sprintprüfungen anzugreifen und den winkligen Stadtrundkurs ohne großen Zeitverlust gut zu überstehen.

Wir ahnten allerdings zu diesem Zeitpunkt nicht welcher Showdown uns bevorstehen sollte!!

Kurz vor Ablauf der Servicezeit änderte sich das Wetter schlagartig. Den ganzen Tag über war es trocken…das sollte sich offensichtlich ändern. Dunkle Wolken schoben sich bedrohlich über St. Wendel zusammen und heftiger Wind kaum auf.

Wir entschieden uns auf Anraten von Frank Färber von Trockenreifen auf Intermediate-Reifen zu wechseln…im Nachhinein genau die richtige Wahl…aber der Reihe nach.

WP 10 Bosenberg eröffnete die letzte Runde der Saarland Pfalz-Rallye.

Von Regen aber keine Spur…der Himmel war zwar wolkenverhangen…aber der Regen blieb aus.

Michael legte los wie die Feuerwehr…von Beginn an waren wir ganz hervorragend unterwegs…von Kilometer zu Kilometer fuhren wir uns in den berühmten „Flow“. Unser Plan schien aufzugehen… bis 2 Km vor dem Ziel… eine kleine Unachtsamkeit bescherte uns einen unfreiwilligen Ausritt in eine Wiese…zu unserem Glück war dort ein eher provisorischer Zaun aufgebaut – die Zaunpfähle nicht sehr stabil…und kurz vor dem bedrohlich näher kommenden Baum  stoppte die Diva brav die Rutschpartie…kurz sortieren…die Diva wieder starten.. und dank Allrad raus aus der Wiese um die Fahrt fortsetzen.

Beim Blick auf die WP-Zeit wurde schnell klar, wie nah wir am Platz 2 waren…17 Sekunden Rückstand konnte Dietmar beim Blick auf den Ergebnismonitor notieren…der Ausflug hatte geschätzt 30 Sekunden gekostet…das wäre es gewesen.

 

Nun setze heftiger Regen ein…auf den beiden noch ausstehenden Prüfungen konnten wir leider keine entscheidende Verbesserung mehr erzielen.

Am Ende wurden wir 17. in der Gesamtwertung und belegten Platz 4 in der Klasse. Die Sonderwertung der Euro Rallye Trophée konnten wir für uns entscheiden und die ersten Punkte für die ADAC-Meisterschaft auf unserem Konto verbuchen.

Unser Fazit fällt grundsätzlich sehr positiv aus…die Zusammenarbeit im Auto war ganz hervorragend…auf den ultraschnellen und sehr selektiven Wertungsprüfungen konnten wir ganz klar mit dem starken Teilnehmerfeld in unserer Klasse mithalten und hatten lange Zeit Tuchfühlung zu Platz 2.

Mit der Unterstützung einer tollen Servicecrew waren wir immer bestens vorbereitet für die anstehenden Aufgaben; herzlichen Dank an Frank Färber und Axel Pauliks für die tolle Unterstützung. Die Diva lief wie ein Uhrwerk und spulte das anspruchsvolle Programm ohne Mucken ab. Neben toller Rallye-Action hatten wir jede Menge Spaß auch abseits der Wertungsprüfungen mit den vielen Gleichgesinnten um uns herum.

Nun geht der Blick bereits nach vorne zu unseren nächsten Einsätzen; wir freuen uns darauf, die Tabellenführung in der Euro Rallye Trophée bei der Rallye des Ardennes in Belgien am 25. und 26. März zu verteidigen. Bereits am 07.und 08. April starten wir bei der Hessen Rallye Vogelsberg, dem 2. Lauf zur Deutschen Rallye Meisterschaft.

Für jede Menge Rallye-Spaß sollte somit gesorgt sein.