Saisonabschluss für Dietmar Moch bei der Rallye Atlantis

Zum Abschluss der Rallye-Saison 2019 ging es für mich erstmals zur Rallye Atlantis…rund 30 Kilometer nördlich von Hamburg. Bedingt durch die Tatsache, dass ich bereits seit Dienstag beruflich in Hamburg zu tun hatte, gestaltete sich die Anreise zum Rallyezentrum in Kaltenkirchen bei wunderschönem Herbstwetter als äußerst komfortabel.

 

Leider bin ich mit einer immer schlimmer werdenden Erkältung „im Gepäck“ zur Rallye angereist, die im Laufe der Veranstaltung nicht besser werden sollte…aber „nur die Harten kommen in den Garten“.

Nach einer 7-monatigen Reparaturpause kam tatsächlich der GT 86 in der Gruppe F noch einmal zum Einsatz…eigentlich hatten sich Klaus und ich schon sehr mit der R3-Version aus dem Hause Gassner-Motorsport „angefreundet“. Aber zur Atlantis wollten wir noch mal zeigen was im F-Auto so drinsteckt. Die mit 10 Teilnehmern voll besetzte Klasse versprach spannende Positionskämpfe.

  

Die Dokumenten- und Technik-Abnahme haben wir zügig und vollkommen reibungslos absolviert und machten uns bereits am Freitag ab 15 Uhr auf den Weg zur Aufschriebrunde. 4 verschiedene, teils ultraschnelle Wertungsprüfungen mit einer Gesamtlänge von 69 Kilometern standen auf dem Programm. Wir erstellten die Schriebe für die unterschiedlichen WPs, den wir dann am Samstagmorgen noch einmal in Ruhe kontrollierten. Hierbei lag unser Augenmerk auf den beiden letzten WPs mit Detailnotizen um im Dunkeln eine optimale Orientierung mit Hilfe der zahlreich aufgestellten Baken zu finden. Aber da haben wir die Rechnung ohne den Veranstalter gemacht…aber dazu später mehr.

  

Am Samstag ging es dann ab 12.01 ihr auf Zeitenjagd. Alles begann mit einem ordentlichen Stau auf dem Weg zur ersten WP. Der Veranstalter begegnete dem Risiko einer Verspätung an der ZK mit hanseatisch, nordischer Gelassenheit und machte bei der Fahrerbesprechung schon mal darauf aufmerksam, dass an der ZK die Idealzeit eingetragen wird. Die erste Runde verlief ohne nennenswerte Vorkommnisse. Nach einer kurzen Eingewöhnung nach 7 Monaten Pause in dem Auto auf WP 1 lief es für uns ab WP 2 dann kontrolliert zügig und wir stabilisierten Rang 2 in der Klasse und Platz 7 in der Gesamtwertung zur Halbzeit der Rallye.

   

In der Pause nach dem Regrouping wurden Zusatzscheinwerfer montiert, da der Zeitplan vorsah, dass WP 7 und 8 im Dunkeln gefahren werden….aber wir waren ja bestens gerüstet mit unserem „Nachtaufschrieb“…so zumindest die Annahme.

 

Nachdem wir WP 5 kontrolliert absolviert hatten und bester Dinge waren in Bezug auf den weiteren Verlauf der Rallye schlug dann in WP 6 das „Rallye-Schicksal“ wieder mal erbarmungslos zu. Auf einem Schotterstück traf der GT 86 eine Kante auf der Strecke was mir ein kurzes „oh, Mist“ entlockte…irgendwie hatte ich kein gutes Gefühl bei der Aktion. In den folgenden Kurven brach regelmäßig das Heck aus; als auch die Verstellung der Bremsbalance keine Besserung herbeiführte war klar, dass wir uns einen Platten gefangen haben. Kurze Abstimmung im Cockpit und die Entscheidung , „wir fahren durch“.

Nach der WP flott den Reifen gewechselt und weiter ginge es zur WP 6. Die ZK erreichten wir ohne Verspätung und so langsam ging der Blutdruck auch wieder runter. Ein Blick auf die Zeitenliste: 42 Sekunden auf Stefi Zorn in dieser WP verloren. Na, Prost Mahlzeit!!

Auf dem folgenden Rundkurs liefen wir dann noch zu allem Übel bereits am Ende der ersten Runde auf einen Mitsubishi auf, der uns leider relativ spät vorbeigelassen hat. Aber immerhin vorbeigelassen. WP 8 im Dunkeln…wir freuten uns auf den Nutzen durch unseren „Nachtaufschrieb“ und der optimalen Orientierung an den aufgestellten Baken. Wir waren zur Attacke entschlossen!

Doch leider waren keine Baken zu sehen!! Schon nach 2 Kurven war klar warum…der Veranstalter hat ( in bester Absicht ) alle Baken umgedreht um Blendeffekte zu verhindern. Schade nur, dass es darüber keine Info gab. So suchten wir uns den Weg im Dunkeln ohne unsere Markierungen, was am Ende auch gut geklappt hat.

 

Aber irgendwie war nach dem Plattfuß in WP 6 auch beim Team „die Luft“ ein wenig raus…wir hatten befürchtet ans Ende des Klassements durchgereicht zu werden. Umso größer war dann die Freude beim Blick auf das Endergebnis; Platz 2 in der Klasse und Rang 9 in der Gesamtwertung! Darauf haben wir uns dann mal direkt ein Jever-Pils bestellt.

Der Abend fand dann noch einen schönen Ausklang mit der Feier des Cupsiegs von Denis Rostek und Tobias Braun.

  

Ich möchte mich für´s Daumen drücken an der Strecke und in der Ferne bedanken; auch wenn ich mich diesmal selbst um Bananen kümmern musste haben die Glücksbringer ihre Wirkung nicht verfehlt (Insider).

 

Das war sie also, die Rallye-Saison 2018…unglaublich wie schnell das Jahr wieder vergangen ist…werde mal alle Eindrücke sammeln und in den nächsten Tagen an dieser Stelle einen Rückblick aufs Rallye-Jahr 2018 werfen.

Fotos: privat und Sascha Dörrenbächer