Über Winter habe ich viel gebaut. Der Manta bekam wiedermal einen anderen Motor, aber vor allem neue Vergaser, die speziell unter Bezug auf das Homologationsblatt neu gebaut wurden. Außerdem gab es eine neue Kupplung.
Bei laufender Heizung schob ich sodann auch den Gruppe 4 Kadett in die Werkstatt. Zwar immer noch mit 8 Ventilmotor, aber der Rest will ja auch gemacht werden. Da er noch nie eine Rallye gesehen hatte, fiel da einiges an.
Auftakt war die „Kempenich“. Die fahre ich sehr gerne und war bis dato auch immer vorne mit dabei. So konnten Andreas und ich auch dieses Jahr den 2.Platz in der Klasse mit „Minuten“ Vorsprung behaupten. Allerdings wurde ich in der Schotterpassage fahrerisch etwas übermütig, so dass wir hier vom rechten Weg abkamen und rausgerutscht sind. Bis die Zuschauer + Helfer uns da raus ziehen konnten, vergingen Minuten. Dennoch war es möglich die Platzierung zu halten. Motiviert am Start der nächsten WP riss als Folgeschaden die linke Antriebswelle in der Hinterachse ab.
„Zerf“ war die zweite Rallye. Wunderschöne Strecken mit hohem Schwierigkeitsgrad. Bereits in der 2.WP konnten wir erneut den 2.Platz hinter H.R. Jansen im Ascona B einfahren und diesen Platz auch halten bis zur WP6, wo sich unsere neue Kupplung meinte auflösen zu müssen.
„Sulinger Land“ erstmalig mit dem Gruppe 4 Kadett und nochmal Leon Hasenkamp als Beifahrer. Kein YRT-Lauf! Einfach nur 150 WP km „Mitfahren im Rahmen der ganz Großen“.
In meinen Augen IVG Gelände bis zum Abwinken (so hatte ich es mir zumindest vorgestellt) doch wir wurden gnadenlos enttäuscht. Außenprüfungen ohne Ende und ständig geradeaus. Kaum Kurven. Viele 400m oder gar 800m Stücke. Die Längste Gerade war 1,1km. An der kam ich im 4.Gang um die Ecke und war nach 6sec im 5.Gang ausgedreht.
Zum K……..!!! Ich fahre da nicht mehr, ich Nicht !!
Aber:
im Kadett hat es richtig Spaß gemacht. Wir hatten technische Probleme ohne Ende und nur dem Einsatz von Andreas Berberich und Dirk Noll war es zu verdanken, dass wir bereits Freitagabend nicht schon aufgeben mussten. Den ersten Service von 30 min mussten wir um 12 Minuten überziehen und waren somit 3 min vor der ADW (Außer der Wertung) Regelung. Diese Zeit war leider (mal wieder) nicht Straffrei, so dass wir dem Feld fortan mit 2min10sec hinterherhinkten. Egal!! Dabei is ALLES!

Ich werde vermutlich nie verstehen warum die Veranstalter das Kästchen bei „strafffreier Karenz“ in der Ausschreibung nicht mehr ankreuzen. Einerseits sollen wir gemäßigt die Überführungsetappen fahren und andererseits wird man gezwungen genau dabei Gas zu geben, sollte man auch nur mal nach dem Öl kucken wollen.

Das Wattgestänge hatte einen Schlag bekommen und war krumm. Was Kabelbinder alles können……! Die Mittellagerhalterung hatte sich aus der Befestigung gelöst und das Gewinde zerstört. Zwei zusätzliche Muttern mit Loctide von oben war von Nöten. Im nächsten Service fing die Getriebehalterung mit den gleichen Spielchen an und am Samstag hatten wir bei jedem Service, dass sich die Schrauben vom Hosenrohr verabschiedeten und Sulingens breite Straßen besuchen wollten. Zudem kam erhöhter Ölverlust hinzu. Alles landete im Überlaufbehälter. Andreas und Dirk haben die möglichen Reparaturen aber immer wieder (in Time) hingekriegt. In der letzten WP lief der Kadett immer noch Bestens. Andreas stand an der Strecke und konnte eine dicke Rauchschwade ausmachen, aber dies war nur das austretende Öl aus dem Überlaufbehälter, der nun auch zu Leons Füssen im Innenraum ankam und vermutlich auch auf den Auspuff. Im Ziel machte der Motor dennoch Klappergeräusche und wir schleppten uns irgendwie ins Ziel. Platz 8 in der 2L Gesamtklasse von 11.
Ohne die Zeitstrafe wäre es Platz 6 geworden und mit der richtigen Übersetzung und ohne technische Probleme hätten wir es auf Platz 3-4 unter diesen modernen Boliden geschafft. Wir sind zufrieden.
„Hunsrück“ wieder im Manta. Stefan Wildschütz müsste leider absagen wegen Motorproblemen. Die beiden Heinz waren in Urlaub und so fuhren wir alleine gegen die Ostlender Brüder im 318is. Diese waren im Schnitt immer 5sec auf 8km schneller als wir doch in WP5 haben sie es übertrieben und hatten einen Ausritt ohne Zeitverlust, aber Bekanntschaft mit einem Holz Poller gemacht. In der WP6 wieder ein Crash in einen Steinhaufen und nach dem Schotterstück riss dann die Antriebswelle aufgrund der schiefen Achse aus WP5 ab.

To finish first, you first have to finish.

Mit dem Klassensieg im Gepäck und dem 5. Gesamt in der YRT ohne direkte Defekte oder Schäden durften wir dann endlich mal glücklich nach Hause.
Vielen lieben Dank an alle Helfer und Zuschauer. Ohne Euch geht das alles nicht.
See You Mittelrhein
Erik